Gerhard Bräuer (*1931)

Gerhard Bräuer (*1931) ist ein "Überlebender", wie er selber sagt. 1941 wird er per Kinderlandverschickung nach Rate´ce in Slovenien evakuiert. Kaum in den Bergen heimisch geworden ruft ihn seine Mutter - die in der Zwischenzeit mit seinen 2 Brüdern nach Ostpreußen evakuiert wurde. Also macht sich der nun 13jährige auf den Weg und fährt mit dem Zug 1500 km quer durch den Krieg nach Ostpreußen. Kaum dort angekommen flüchten Gerhard Bräuer und seine Familie vor den näher kommenden Angriffen nach Thüringen. Doch das Ende seiner Reise ist wieder Berlin, wo er die letzten heftigen Bombenangriffe auf Berlin erlebt. 

Unehelich

"Ich bin damals geboren, unehelich. Ich habe also den Namen meiner Mutter geerbt. Damals hieß das nicht Vater, sondern Erzeuger. Und wie das damals üblich war, haben die Väter abgestritten, dass sie die Erzeuger waren und haben versucht sich dem zu entziehen. (...) Meine Brüder sind auch alle unehelich geboren. 

1500 km alleine

"Und dann bin ich alleine - das müssen sie sich mal vorstellen - 1500 km von Oberkrain bis nach Ostpreußen, fast an die russische Grenze, alleine gefahren. Ich kriegte da irgendsoeinen Schein, dass ich da hin sollte zu meinen Eltern. Das hat glaube ich 2 Tage gedauert."

Echtes Zuhause

"Da sagte meine Mutter: "Jetzt ist alles egal, jetzt wollen wir auch wieder zurück nach Berlin." Trotz der Bombenangriffe und allem. Also wir sind aus Thüringen auch wieder evakuiert und haben da den letzten schlimmsten Bombenangriff erlebt und haben von da die Befreiung Ostdeutschlands (...) unter russischer Vorherrschaft erlebt"