Renate von Au (*1933)

"Ich heiße Renate von Au und bin 1933 geboren. Ich habe meine ganze Kindheit und Jugend in einer 11/2 Zimmer Wohnung im Prenzlauer Berg verbracht." Renate von Aus (*1933) Kindheit ist geprägt durch die Nazi-Zeit und den 2.Weltkrieg. Sie erlebt schon früh Tote und Hungersnot, den Umgang mit "Volksverrätern" und schließlich die letzten Kriegstage im zerstörten Berlin.

Brandbomben

"Meine Eltern mussten uns mitten in der Nacht wecken und in den Keller bringen. (...)

Ich hatte große Angst vor den Sprengbomben. Brandbomben und Sprengbomben hörten sich verschieden an. Ich entsinne mich, dass ich den Kopf zwischen die Oberschenkel meiner Mutter steckte, weil ich so große Angst hatte." 

Ein totes Pferd

"Ein totes Pferd, das lag in Kriegszeiten bei uns auf dem Damm. Und ich weiß noch, aus allen Ecken und Kellern kamen Frauen mit Aluminiumschüsseln und haben an dem Pferd rumgesäbelt und im Nu lag dort nur noch ein Skelett." 

Kriegsende

"Ich wusste nicht, was das ist, aber ich dachte, das wird so eine Art Ringkampf sein. Die kamen dann und haben die Frauen hinter sich her geschleift. Da war ein behinderter Mann, der konnte seiner Frau nicht helfen, der hat bitterlich geweint und seine Frau hat ihn im rausziehen getröstet, das das ja nicht so schlimm sei, sie käme ja wieder."