Gaby Meisenberg (*1955)

Gaby Meisenberg (*1955) wurde in Pankow geboren und  kam, bevor die Mauer gebaut wurde in den Westen. Sie erinnert sich an die 60er Jahre im Wedding als "sehr düstere Zeit, ich habe alles so grau in grau in Erinnerung." Dort wächst sie bei einer Portiersfrau als Pflegemutter auf und lernt schon früh die Weddinger Mischung kennen. Gaby Meisenbergs Kindheit verläuft zwischen verschiedenen Welten "denn ein Teil der Familie kam aus Ost-Berlin, lebte da, war gut integriert, hatte einen Schlossereibetrieb und ein anderer Teil, die Pflegemutter, mein Vater, die ein anderes Leben führten." 

 

Graues Mietshaus

"Der Besitzer kam einmal im Monat zu meiner Pflegemutter und die Mieter stellten sich in eine Schlange - der Flur war ja lang genug - und dann wurde die Miete eingezahlt. Da wohnten ganz unterschiedliche Menschen. Da wohnte unter anderem eine kleine Frau, die mich sehr faszinierte..."

Familientreffen

"Man schrieb sich Telegramme oder ging zur Post. Oder man ging zu irgendeiner Telefonzelle, wusste eine Nummer und dann verabredete man sich für dieses Datum auf dem S-Bahnhof Wollankstraße zu der und der Zeit und dann kamen die Ost-Verwandten und wir und dann stand man da und winkte und winkte, stundenlang, Tränen flossen, aber man konnte nicht reden."

 

Unfertig

"Ich glaube, es war deshalb so bedrückend, da es sehr alte Häuser waren - die um die Jahrhundertwende gebaut wurden - und die teilweise noch in Trümmern lagen. Wenn wir spielen waren als Kinder, sind wir oft eine Straße vorgelaufen und da war eine riesen Trümmerhalde vom Krieg übrig, wo kein Stein auf dem anderen lag und spielten da.

Wir fanden das natürlich abenteuerlich. Aber das kriegte man natürlich mit, das das alles noch so unfertig war."