Kerstin Appel (*1956)

"Ich bin Kerstin Appel, geboren am 1.6.1956 und aufgewachsen in Berlin-Dahlem. Meine frühesten Erinnerungen fangen 1959 an, würde ich sagen. Das ist die Zeit, da bin ich in den evangelischen Kindergarten in der Jesus-Christus-Kirche in Dahlem gekommen. Und die Umgebung des Thielparks ist eigentlich jahrzehntelang meine Heimat gewesen."

American Sector

"1963 war auch das Jahr des Kennedy Besuchs. Und da ist mein Vater mit mir zur Clayallee gegangen und ich saß ich auf seinen Schultern."

Politik & Karajan

"Da hat Karajan immer seine Aufnahmen gemacht. Und meine Kindergartentante nahm mich mit und sagte: "Kerstin, hör mal!"

Glaubensheimat

"Das war großzügig und überhaupt nicht einengend. Wir sind nie unter Druck gesetzt worden: "Wenn Du das und das nicht machst, ist das Sünde", das gab's nicht."



Brigitte (*1956)

Brigitte (*1956): "Meine Mutter hatte eine ziemlich schwere Geburt. Die war schon 32 und ich blieb irgendwie stecken und sie haben mich dann mit Zange geholt. Sie war länger drin als alle anderen Schwangeren, das hat sie mir dann gesagt, kurz vor meinem Geburtstag fing immer ihre Narbe an weh zu tun." Brigitte berichtet von ihrer Kindheit neben dem Gaswerk, der Jugendweihe und dem Prozess des Erwachsenwerdens und wie sie sich mit Fleiss und Beharren einen Studienplatz erkämpfte.

Beengte Verhältnisse

"Für die eigene Familie war nicht viel Zeit. Ich kenne meinen Vater, der kam nach Hause, war völlig fertig, hat gegessen und hat geschlafen. So kenn ich ihn."

Jugendweihe

"Berliner Ensemble", das war dann noch wichtig mit den politischen Dingen. "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe".

Wo zwischen den Zeilen die Genossenschaft der DDR auf die Schippe genommen wurde. Aber die nannten sich anders, dann viel es nicht so auf.

Wir wussten das aber, denn zwischen den Zeilen haben wir DDR-Bürger schon immer gelesen."

Passierschein

"Und die habe ich dann in eine Drogerie gebracht und die haben mir die Fotos nicht mehr zurück gegeben! Weil ich die andere Seite fotografiert habe, also die Rückseite der Mauer. Unerhört! Das war damals noch so. Also ein halbes Jahr vor Öffnung der Mauer."