Matthias Roeingh (*1960) - auch bekannt als Dr.Motte - wächst in Spandau, als Sohn einer alleinerziehenden Mutter auf. Zunächst in Staaken in einer Notunterkunft, später im 60er Jahre Neubau.  Matthias erzählt von seinem ersten Ghettoblaster, seinem Onkel, der sich als Vaterersatz versucht  und vom Rad fahren im ummauerten Berlin. Vor allem aber von den Jazz-Clubs in Charlottenburg. "Ich war immer da, ich konnte nicht anders. Ich hab da immer meinen Eintritt geblecht, auch wenn ich dann kein Geld mehr hatte was zu trinken. Das war mir egal. Und mit dem Nachtbus dann wieder nach Hause. Das war geil!" 

 

Micha, ein Freund und Gitarrist, weiß von Matthias Musikbegeisterung und nimmt ihn mit zu einer Bandprobe - der Schlagzeuger fehlt. Matthias, der noch nie Schlagzeuge gespielt hat, nutzt die Gelegenheit und ist ab da fester Schlagzeuger der Band. Sein erstes Instrument, die Kuhglocke. 

 

"Ich hab' dann in einer anderen Band gespielt. Und habe meinen Arbeitgeber gefragt, ob ich einen unbezahlten Urlaubstag haben kann, weil wir einen Auftritt hatten. Aber der meinte: "Ne, kriegste nicht. Und wenn du nicht kommst, brauchste gar nicht wiederkommen. Da habe ich mir gesagt, das kann doch gar nicht sein, das mir einer verbietet Musik zu machen. Denn wenn jetzt da statt dem Arbeitgeber, Gott gesessen hätte, der hätte gesagt: "Na, mach doch!" Für Matthias ist das der letzte Anstoss "sein Ding zu machen", fortan ist er freier Künstler. "Das hat mir die Leichtigkeit gegeben, jung zu sein. Und kreativ zu sein. Das ist noch wichtiger. Das war ich mein Leben lang. Ich  war immer kreativ, in allem."

 

Von dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Dr. Motte für das schöne Gespräch!

 

PS: Ich bitte den schlechten Ton zu entschuldigen - nach diesem Interview habe ich mein altes Mikrofon entsorgt!