Andreas (*1967)

"Vorweg möchte ich sagen, ich habe sehr darüber nachgedacht und ich bin der Auffassung, dass meine Art Kindheit, so wie ich sie erlebt habe, in der heutigen Zeit in so einer Großstadt eigentlich gar nicht mehr zu erleben ist."  So leitet Andreas (*1967) seine Erinnerungen ein. Er erzählt von seiner "heilen Welt Hermsdorf", seiner ersten Liebe und Schulstreichen, aber auch von seiner Abnabelung von Zuhause und dem frühen Tod seiner Mutter.

Zeit heilt alle Wunden

"Als mein Vater mich das erste mal in der Klinik gesehen hat, hinter der Glasscheibe, dachte er ich sei ein Affe. Und war der Auffassung, ich bin nicht von ihm. Da war er stinkend sauer mit meiner Mutter. Weil ich völlig behaart war, also als Frischling. Da sagte er so: "Nee!"

Erste Liebe

"Ich habe all meinen Mut genommen. Alles. Dann habe ich ihr noch ein kleines Geschenk geholt und dann hätte man ja auch 'nen Zettel schreiben können mit "Willste mit mir gehen? Ja/Nein/ Vielleicht." - Nein! Ich dachte ich bin ein toller Typ und habe auf der Klassenfahrt, wie der Deibel es will, die Andrea gefragt, "ob wir jetzt miteinander gehen wollen?"

Zollstock

"Wenns mich erwischen sollte nachher - und ich könnte noch den Gedanken loswerden, dann würde ich sagen: "Ja, OK. Bisschen früh, weil ich habe noch ein bisschen was vor, ich hab' da noch so ein paar Pläne. Aber 

rückblickend würde ich sagen: "Ich bin zufrieden. Auf jeden Fall. Ich habe mein Leben nicht vergeudet."