Eva Endruweit (*1968, Ost)

"Heute steht in meinen Ausweis das ich in Marzahn geboren bin, vor 10 Jahren war es noch Lichtenberg und vor 52 Jahren war es Kaulsdorf." Die Eltern von Eva Endruweit (*1968) "haben für sich beschlossen, die DDR ist genau ihr Ding!" Eva berichtet von dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter, die den passenden Mann für die sozialistische Karriereleiter sucht. "Für meine Mutter war immer klar, sie will raus, will was im Ausland machen. (...) Dann hat man ihr aber gesagt, du kannst studieren, aber nur  unter Bedingungen." Und was für Bedingungen das waren, das habe ich erst nach der Wende erfahren." 

Komische Sachen

"Das einzige, an das ich mich erinnern kann ist, die Frau Schulz, die Kindergärtnerin, sagte zu meiner Mutter "Und morgen bringen Sie einen Kuchen mit?" "Wieso?" "Na, ihre Tochter hat morgen Geburtstag!" "Ne, die hat morgen nicht Geburtstag." "Doch die hat morgen Geburtstag!

"Nein, die hat morgen nicht Geburtstag, die hat übermorgen Geburtstag!" Ne, meine Mutter hatte meinen Geburtstag vergessen!"

Rote Socken

"Bis ich 14 war durfte ich kein Westfernsehen gucken und ich war so ein scharfer Hund und so drauf, das ich selbst bei meiner Oma, wenn da "Enterprise" oder so lief, zum Fernseher ging, den ausmachte und meinte: "Diese Klassenfeind-Scheiße schaue ich mir nicht an! (...) Ich war die einzige bei mir an der Schule, die die komplette Pionierkleiung hatte, mit Käppi, mit Bluse, mit Röckchen, mit Söckchen, mit Schuhen, mit allem drum und dran."

War nicht bei der Stasi

"Freunde haben bei meinen Eltern zum Essen gesessen und haben erzählt: "Stellt euch mal vor, wir müssen einen Spion bei uns in der Familie gehabt haben! Der wusste so intime Sachen. Wir haben überlegt, welcher Nachbar kann das gewesen sein, aber wir kommen nicht drauf...!" Und da muss meine Mutter aufgestanden sein und gesagt haben: "Da müsst ihr gar nicht suchen. Ich war das!" 



Andreas Bauer (*1968, West)

"Damals hieß es noch Kreuzberg 36, das war ja mal unterteilt in 36 und 61. Und da bin ick die ersten Jahre groß geworden." Zum Start ins neue Jahr berichtet Andreas vom Kreuzberg der 70er und 80er, von seiner großen Liebe zu Hertha BSC (und von einem Besuch beim BFC Dynamo zu Mauerzeiten). Vor allem aber berichtet er von seiner Familie, seinen Geschwistern, seinem Vater und seinen zwei Müttern.

Hertha BSC

"Hertha war ein großes Thema, immer - im Leben, von Kindheit an. Mit meinem Vater immer, und Geschwistern im Stadion gewesen."

Mütter

"Es war ein gutes Familienleben. Was nachher komplett aus den Fugen geriet, als ein großer Standpunkt der Familie wegfiel. Durch den Tod meiner Mutter."

BFC Dynamo

"Dieser Grenzübertritt an sich (...), diese ganze Atmosphäre, alles Grau in Grau, dieses schummrige Licht, diese üblen Gestalten von GrePos da, mit den tief ins Gesicht gezogenen Schirmmützen.