Thomas Bricke (*1981)

Thomas Bricke (*1981) berichtet von seiner Kindheit im Holländerviertel in Berlin-Weißensee und stellt - Mathematiker,  der er ist - Betrachtungen über seine Familie anhand einer binären Formel an. Er erinnert sich an die "überraschende Erkenntnis", wie  unbefriedigend der Geschmack von Sand ist, er berichtet vom Geruch des "goldenen Westens", der Leidenschaft seines Vaters für Postkarten und seiner eigenen für die "Eisbären Berlin".


Familiäre Gleichung

"Wenn man sich einen Charakter vorstellt, als eine Reihe von binären Merkmalen, wo die Ausprägungen nur mit 0en und 1en indiziert werden, dann hat er überall dort eine 0, wo ich eine 1 habe und umgekehrt. Wir sind uns wirklich ziemlich gegensätzlich." 

Postkarten

"Mein Vater hat dann ein Postkartengeschäft aufgebaut und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. (...) Zu DDR-Zeiten war das ja auch eine Möglichkeit mit der Welt in Kontakt zu bleiben. Er hat Fernschach gespielt und hatte dadurch Schachfreunde auf der ganzen Welt. So hat er Bildeindrücke aus Ländern bekommen, in die man völlig unrealistischer Weise reisen konnte."

Goldener Westen

"Die waren beide sehr feine Menschen und haben uns immer Geschenke mitgebracht - Süßigkeiten, Lego. Das war immer eine besondere Freude, wenn die kamen. Für mich waren die beiden fast so etwas,     wie die Personifikation des Westens - das riecht gut, das ist das Land in dem Milch und Honig fließt. Das war auch so meine Erwartung an West-Berlin."