Allan Anders (*1996)

Die Kindheit von Allan Anders (*1996) spielte sich rund um den Richard-Wagner-Platz in Berlin-Charlottenburg ab. Seit er denken kann, hat er hier mit seinen Freunden gechillt oder Fussball gezockt und noch heute führt ihn sein erster Weg in Berlin immer zum "Richard", wie er sagt. Allan berichtet von seiner Fähigkeit sich als "Chamäleon" durchzuschlagen und wie er - "ich hatte keine Ahnung davon, keine Ahnung" - sich im Rap-Business einen Namen machte. "Man hat halt nichts zu verlieren! Das habe ich von meinem Vater. Mach einfach Dinge! Wenn du´s nicht schaffst, hast du´s halt nicht geschafft!" 

Chamäleon

"Das merkst du ganz früh, das du nicht das isst, was dein guter Freund isst. Der isst z.B. Schweinefleisch und ich esse keins. Mein Lieblingsessen ist das und das und der kennt das noch nicht mal. Und dann denkst du, "warum kennst du das nicht, Alter?"

Aber was heißt Ausländer? Wenn man mich fragt: "Was bist du?" Dann sage ich, "ich bin Berliner." Ehrlich gesagt, mache ich da keinen Unterschied."

Genauso sein wie die!

"Wir hatten immer 'nen vollen Kühlschrank, wir waren einmal im Jahr in Urlaub, konnten immer unsere Miete bezahlen. Uns ging's voll gut. Aber wenn man alles hat, will man immer noch mehr. Du wolltest die neuesten Nike -Klamotten haben und das beste Fahrrad. So wie man heute Gucci-Klamotten und das neueste Auto haben will, wollte man damals Nike-Klamotten und ein Fahrrad haben. Und dann hat man gedacht: "Boa, Alter, weil ich das jetzt nicht bekomme, bin ich arm!" So dachten wir halt."

 

Vom Weg abkommen

"Ich habe Angst davor vom rechten Pfad abzukommen. Und zu denken als gäbe es nur dieses Leben. Es macht halt nur noch eines Sinn: Geld verdienen, sterben. Dieses Denken will ich niemals bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar, dass ich nicht so denke. Aber das Problem ist, wenn du lang genug in dieser Szene bist oder viel mit Menschen zu tun hast, die überhaupt nicht so denken wie du, ist die Angst sowas zu vergessen sehr stark."