Helga Pförter (*1940, Ost)

Meine große Bewunderung gilt Helga Pförters (*1940) ungebrochener Lebensfreude und Offenheit. Im Nachkriegs Berlin ist sie vielen Widrigkeiten und Gefahren ausgesetzt, aber getreu dem Motto "Unkraut vergeht nicht!" und einer großen Portion Berliner Humor, wusste Helga stets das Beste aus ihrer Situation zu machen. "Berliner war der beste Spielplatz! Wo sonst konnte man in die Ruinen gehen und alles machen, was man wollte?" Und dann lacht und gluckst sie wieder zufrieden.

 

Wer sich im übrigen für ihre Erzählwerkstatt interessiert, dem sei deren Seite empfohlen: www.erzaehlwerkstatt-berlin.de. Die fröhliche Erzählrunde trifft sich regelmäßig unter der Leitung von Carola Franke, die ich an dieser Stelle herzlich Grüßen möchte!

 

Hannelore (*1940, West)

Hannelore (*1940) hatte keine einfache Kindheit. Mitten im Krieg in Frankfurt/Oder geboren, erlebt sie die Kriegsnächte teils bei ihren Großeltern in Moabit im Bunker, teils in Frankfurt, wo sie auch nach dem Krieg kurzfristig in einem Kinderheim leben muss. Bis sie und ihre Mutter schließlich nach Berlin ziehen und dort zur Untermiete bleiben können. Das enge Zusammenleben von Mutter und Tochter erweist sich aber schon bald als sehr traumatisch für die kleine Hannelore.

 

Untermieter

"Meine Mutti hat sich scheiden lassen '46. Vater war in Gefangenschaft, da hat sie was anderes kennengelernt, naja ud das war es. Und von da an haben wir immer als Untermieter gewohnt"

Mutter & Tochter

"Waren Sie ein enges Gespann mit ihrer Mutter?" 

- "Wenn sie nüchtern war. Wenn sie was getrunken hatte, nicht mehr. Die hatte zu viele Männerbekanntschaften.  Was ich alles so als Kind mitbekommen habe, wie sie im Bette... naja, ich will nicht drüber sprechen. (...) Es war furchtbar!"

"Ick teile gerne..."

"Ick denke so dran zurück, wo ich meinen Mann hab mit 15. Das möchte ich gerne zurückdrehen, dass ich den nicht hätte kennengelernt. Auch wenn es meine erste große Liebe war."